St. Lorenz Nord

Stadtteilnummer: 
6
Einwohner: 
41 360
Fläche: 
27.90km²

St. Lorenz Nord ist ein Stadtteil Lübecks nordwestlich der Innenstadt. Namensgebend ist wie entsprechend bei den anderen beiden historischen Stadtteilen St. Jürgen und St. Gertrud die Vorstadtkirche St. Lorenz am Steinrader Weg, die auf die Kapelle eines Pestfriedhofs aus dem 16. Jahrhundert zurückgeht. Der Stadtteil umfasst die Stadtbezirke Groß-Steinrade/Schönböcken (23), Dornbreite (24), Holstentor Nord (04) und Falkenfeld/Vorwerk (05).

Geschichte

Der Erwerb der westlich vor der Altstadt gelegenen Außengebiete erfolgte zeitlich später als der der östlich gelegenen. Zunächst war das westliche Traveufer die Grenze zu Holstein. Erst mit dem Lübecker Reichsfreiheitsbrief von 1226 kam der schmale Streifen bis zu den Bächen von Paddelügge und Krempelsdorf zum Stadtgebiet hinzu. Vorwerk wurde um 1250 erworben. Mit diesem Grunderwerb westlich der Stadt wurde eine Tendenz deutlich, die sich durch die nächsten Jahrhunderte zog. 1255 wehrten sich die Lübecker mit militärischen Mitteln gegen die Raubritter von Buchwaldt aus Holstein, aber eigentlich bevorzugten sie das "Auskaufen" dieser Familien, nicht nur zur Sicherheit der jungen Stadt sondern in Zeiten dieses schnellen Aufstiegs zur Handelsmacht des Ostseeraumes auch zur Geldanlage. Im Kampf gegen diese Raubritter wurden mehrfach auch Landfriedensbündnisse mit den Grafen von Holstein geschlossen.

Das Gebiet vor dem Holstentor, das Holstenfeld, wurde jahrhundertelang im Wesentlichen als Gemeinweide, auch "Stadtfreiheit" genannt, für das in der Altstadt gehaltene Vieh genutzt, das hier tagsüber auf die Weide getrieben wurde. Außerdem führten vom Holstentor zwei Straßen in das Holsteinische, die Lübsche Trade nach Segeberg und weiter an die Nordsee, die andere nach Plön. Das ebene, lehmige Land beinhaltete einige feuchte Kuhlen, die zu Fischteichen ausgehoben worden waren. Die Straßennamen in St. Lorenz Süd wie "Am Retteich" oder "Karpfenstraße" zeugen heute noch davon.

Mit der Verlegung des Hauptbahnhofs vom Holstentor an die heutige Stelle wurde das Holstenfeld durch die neue, direkte Hamburger Bahnlinie in die heutigen Stadtteile St. Lorenz Nord und Süd zerschnitten. Ein zweiter Schnitt erfolgte in den 1930er Jahren durch den Bau der A1 Hamburg - Lübeck. Diese beiden modernen Verkehrsachsen und ihre Anbindungen an die Stadt und den Hafen beeinflussten und prägten Erscheinungsbild und Entwicklung der Stadtteile seit ihrer Entstehung maßgeblich.

Im Zweiten Weltkrieg wurde auch der Stadtteil St. Lorenz Nord durch den Luftangriff auf Lübeck in der Palmsonntagnacht 1942 getroffen. Drei Hochbunker sind bis heute als typische Luftkriegsarchitektur in diesem Stadtteil präsent.

 
Quellle: Wikipedia